BegleitwortJeder Existenzgründer ist von seiner Idee überzeugt - die potentiellen
Geldgeber aber noch lange nicht. Bei drei von vier Gründern, die Fremdmittel benötigen,
bereitet die Finanzierung größere Schwierigkeiten. In vielen Fällen lehnt die Hausbank
den Kreditwunsch sogar ab. Damit ist meist auch der Zugang zu günstigen Fördermitteln
versperrt.
Dass Gründer häufig mit relativ kleinen Vorhaben an den
Start gehen, ändert an dieser Tatsache wenig. Im Gegenteil. Kleinere Gründungsvorhaben
machen den Kreditinstituten viel Arbeit, bringen wenig Marge und bedeuten oft ein hohes
Risiko. Denn angehende Unternehmer verfügen selten über ausreichendes Eigenkapital und
Sicherheiten. Ein ausgefeilter Businessplan könnte in dieser Situation helfen - aber das
ist eher noch die Ausnahme.
Je stärker der Druck der Globalisierung auf die Institute
wurde, desto weniger sind diese geneigt bzw. in der Lage, solche Risiken in großer Zahl
in ihre Bücher zu nehmen. Die Strategie der KfW Mittelstandsbank zielte deshalb von
Anfang an darauf ab, die mit der Gründungsfinanzierung verbundenen Risiken für die
durchleitenden Hausbanken so gering wie möglich zu halten. Bei den beiden Programmen
StartGeld und Mikro-Darlehen ist das in vorbildlicher Weise gelungen - über das
Instrument der Haftungsfreistellung wird das Risiko für die Hausbank minimiert. Dadurch
konnten vor allem auch die Startbedingungen für zuvor arbeitslose Gründer oder Frauen
nach der Familienpause deutlich verbessert werden.
Nicht alle Gründer in Deutschland fangen bei Null an,
immer häufiger starten junge Menschen mit dem Kauf eines etablierten Unternehmens in die
Selbständigkeit. Nicht alle starten allein, sondern gehen - insbesondere bei größeren
Vorhaben - im Team an den Start. So unterschiedlich die Startposition ist, so
unterschiedlich sind auch die Finanzierungsbedürfnisse. Mit dem Unternehmerkredit
verfügt die KfW Mittelstandsbank über eine Art Universalkredit für Investitionen und
Betriebsmittel, mit dem sich selbst größere Vorhaben stemmen lassen.
Auch in der Wachstumsphase benötigen junge Unternehmen
Kapital. Jetzt ist es besonders wichtig, die Eigenkapitalbasis auszubauen - und damit
seine Chancen auf weitere Fremdmittel zu verbessern. Ein wichtiger Hebel sind so genannter
Mezzanin-Finanzierungen. Ein gutes Beispiel dafür ist das Unternehmerkapital der KfW
Mittelstandsbank, das die Elemente des klassischen Kredits mit eigenkapitalähnlichen
Mitteln (Nachrangdarlehen) kombiniert. Der besondere Charme dieser Finanzierungsart für
Familienbetriebe: Der Unternehmer bleibt "Herr im Haus".
Ganz anders klassische Beteiligungen, die in der Regel mit
der Überlassung einer Mitsprache verbunden sind. Das sollte aber gerade Betriebe mit
hoher Wachstumsdynamik nicht daran hindern, ihre Finanzierung auf eine breitere Basis zu
stellen - was andere Abhängigkeiten vermindert. Auch wenn es darum geht, Gründern und
kleineren Unternehmen besseren Zugang zu Beteiligungsfinanzierungen zu ermöglichen,
richtet sich der Blick auf die KfW Mittelstandsbank. Mit dem ERP-Startfonds, dem
High-Tech-Gründerfonds und dem verbesserten Angebot im ERP-Innovationsprogramm wurden im
Vorjahr nachhaltige Schritte zur Steigerung der Innovationstätigkeit in Deutschland
eingeleitet.
Mit dem
Existenzgründungszyklus und speziell mit dem vierten Band "Existenzgründung -
Finanzierung und Sicherheiten" wird sowohl dem Existenzgründer als auch dem
bestehenden Unternehmer ein guter Überblick über vorhandene Finanzierungsformen und dem
Umgang mit möglichen Finanzierungspartnern gegeben.
Die Eigenkapitalquote ist ein wichtiger Bonitätsindikator.
Aus diesem Grund sollten alle Unternehmen und Selbständige danach streben ihre
Eigenkapitalausstattung zu erhöhen und damit die Finanzstrukturen ihres Unternehmens und
den Zugang zu Krediten wieder zu verbessern. Auch hier gibt das Werk einen guten
Überblick; insb. über Mezzanine - Finanzierungsformen.
Für die Umsetzung ihrer Vorhaben und den Ausbau Ihres
Unternehmens wünsche ich Ihnen viel Erfolg!
Hans-Günther Diehl
Direktor
KfW Bankengruppe
Leiter KIIb
Gründer- und Mittelstandsförderung II |