BegleitwortBeziehungen schaden nur dem, der keine hat!".
Diese alte Redewendung gilt auch und gerade im wirtschaftlichen Leben. In Zeiten der
Globalisierung, in denen wir alle ein wenig den Überblick zu verlieren drohen, sind
Netzwerke von immenser Bedeutung. Sie bilden gerade für Existenzgründer häufig die
Basis für wirtschaftlichen Erfolg und gesellschaftliche Anbindung.
Längst sind erfolgreiche
Netzwerkstrukturen nicht mehr alleine auf die regionale Ebene, die häufig das direkte
Umfeld des neuen Unternehmens darstellt, begrenzt. Über Zusammenschlüsse und
Dachorganisationen erstrecken sie sich inzwischen auf die Europäische Union und darüber
hinaus. Im modernen Wirtschaftsleben ist das auch für viele junge und kleine Betriebe
eine Notwendigkeit.
Existenzgründung - Netzwerke und
Partnerschaften" beleuchtet umfassend die verschiedenen Aspekte dieser wichtigen
Thematik. Mit diesem fünften Band schließt der UVIS-Verlag seinen erfolgreichen
Existenzgründerzyklus ab.
Wer unternehmerisch in den Markt startet,
profitiert von einem bestehenden, erfolgreichen Netzwerk besonders. Die Zusammenarbeit mit
Partnern in entsprechenden Organisationen und Verbänden ist neben der Qualifikation des
Existenzgründers und einer fundierten Beratung eine wesentliche Säule zum
geschäftlichen Erfolg.
Das gilt für den klassischen Start-up
genauso wie für den Nachfolger im etablierten Unternehmen. Der Nutzen von Partnerschaften
und Netzwerken liegt auf der Hand. Einzelkämpfer tun sich schwerer, als diejenigen, die
auf den Rat anderer und gute Kontakte zurückgreifen können.
Insbesondere die Wirtschaftsverbände
erfüllen darüber hinaus noch einen anderen Zweck. Sie sind Interessenvertreter ihrer
Mitglieder, weisen auf Fehlentwicklungen und schlechte Rahmenbedingungen hin. Zukünftig
kommt es entscheidend auf die Leistungsfähigkeit kleiner und mittlerer Betriebe an, zu
denen in aller Regel auch die Existenzgründer gehören. Nur in diesem Segment entsteht
Wachstum, werden neue Arbeitsplätze geschaffen. Die Politik berücksichtigt diese Fakten
nur unzureichend.
Die Wirtschafts-, Steuer- und Sozialpolitik
richtet sich zu wenig nach den Bedürfnissen von inhabergeführten und
Familienunternehmen. Dies zu ändern ist ebenfalls Aufgabe von Wirtschaftsnetzwerken, wie
sie etwa die Verbände darstellen. Auch hier gilt, je stärker das Netzwerk, desto
größer seine Möglichkeit, Einfluss zu nehmen und Themen zu besetzen. Der Bundesverband
der Selbständigen - bereits im 19. Jahrhundert als Zusammenschluss von Handels- und
Gewerbevereinen gegründet - ist ein gutes Beispiel für ein über einen relativ langen
Zeitraum gewachsenes, starkes Netzwerk von etablierten Unternehmern und Existenzgründern.
In unser aller Interesse wünsche ich
jedem, der sich selbständig macht und in Eigenverantwortung sein Leben gestaltet, viel
Erfolg. Denn nur mit starken Existenz-gründern und Unternehmensnachfolgern ist eine
gesunde wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland möglich. Nutzen Sie die bestehenden
Netzwerke aber nicht nur passiv. Bringen Sie sich selbst aktiv ein - je stärker, desto
besser. In diesem Sinne alles Gute.
Rolf Kurz
Präsident
Bundesverband der Selbständigen |