| Sich selbständig machen, will gründlich
durchdacht sein. Die Zeiten, in denen man durch eine
Idee eine Unternehmensgründung und damit einen guten Start auf dem Markt platzieren
konnte, sind rar geworden.
Marktlücken gibt es so gut wie keine mehr, Marktnischen
sind schwer für Ungeübte zu durchleuchten und der Traum der Existenzgründung kann
schnell zum Trauma werden, wenn man als Newcomer und Verdränger auf einen geordneten und
ausgereizten Markt trifft.
Dennoch bieten alternative Gründungsformen gegenüber
einem traditionellen Marktneueintritt mitunter gute Chancen für unternehmerischen Erfolg.
Schlüsselwörter wie Start up-, Buy out-, Spin off-, insbesondere Franchise-Gründungen,
allesamt aus dem angloamerikanischen Sprachgebrauch stammend, haben seit Jahren in
deutschen Fachterminologien Einzug gehalten und mit dem EG-Binnenmarkt und den
Entwicklungen in ganz Europa verstärkt Anwendung gefunden. Franchise ist ein
vertikal-kooperativ organisiertes Absatzsystem rechtlich selbständiger Unternehmen auf
der Basis eines vertraglichen Dauerschuldverhältnisses. Dieses System tritt am Markt
einheitlich auf und wird geprägt durch das arbeitsteilige Leistungsprogramm der
Systempartner sowie ein Weisungs- und Kontrollsystem zur Sicherung eines systemkonformen
Verhaltens.
Das Leistungsprogramm des Franchise-Gebers ist das
Franchise-Paket. Es besteht aus einem Beschaffungs-, Absatz- und Organisationskonzept, dem
Nutzungsrecht an Schutzrechten, der Ausbildung von Franchise-Nehmern und der Verpflichtung
des Franchise-Gebers, den Franchise-Nehmer aktiv und laufend zu unterstützen sowie das
Konzept ständig weiterzuentwickeln.
Der Franchise-Nehmer ist im eigenen Namen und für eigene
Rechnung tätig; er hat das Recht und die Pflicht, das Franchise-Paket gegen Entgelt zu
nutzen. Als Leistungsbeitrag liefert er Arbeit, Kapital und Informationen.
Die Franchise-Kette mit über 200 Partnern weiß mehr
darüber, wie man ein Produkt verkauft, als ein Existenzgründer zur Gründung und
unmittelbar danach in Erfahrung bringen könnte. Vom günstigeren Großeinkauf bis zur
Qualitätsgüteprüfung, von der Gemeinschaftswerbung bis zur Marktforschung spannt sich
der Bogen, der durch strikte Arbeitsteilung die Vorteile dieser Idee unterstreicht. Ein
üblicher Start up-Gründer muss erst den Markt erkunden, sein Ladenlokal vorbereiten und
gestalten, günstige Einkaufsquellen erschließen und seine verkäuferischen Fähigkeiten
trainieren.
Im Franchise-System kann es durchaus als üblich angesehen
werden, dass der Franchise-Geber seinem Partner das Ladenlokal schlüsselfertig
einrichtet, die überregionale sowie auch die Eröffnungswerbung organisiert und
regelmäßig Produktschulungen durchführt.
Dieses Buch begleitet den Leser in der Beantwortung
existenziell wichtiger Fragen. Es durchleuchtet sowohl Franchise-Geber- wie
Franchise-Nehmer-Interessen und zeigt deren Vor- und Nachteile auf. Keinesfalls ersetzt
dieses Werk jedoch jegliche Beratung durch Dritte, insbesondere Unternehmensberater,
Steuerberater oder Fach- und Rechtsanwälte.
Es soll helfen, Interessierten, die Mühe und Risiko nicht
scheuen, erste Orientierungshilfen zu geben, Tipps und Kniffe in der Gründungsvariante
Franchise kennenzulernen und Voraussetzungen zu einer tragfähigen
Vollexistenz rechtzeitig richtig einzuschätzen. Für die bei den Recherchen gewährte
Unterstützung bedanke ich mich insbesondere bei den Mitarbeitern des Deutschen
Franchise-Verbandes, des Deutschen Franchise-Nehmer-Verbandes, dem Franchise-Institut, der
Fachschule für Betriebswirtschaft - Schwerpunkt Franchising (WKS) und den
zahlreichen Franchise-Gebern, die mit aktuellen Informationen, die Qualität des Werkes
mitbestimmt haben.
Viel Erfolg bei Ihrem Vorhaben
Jürgen Arnold |